Stadia Testbericht

Googles umstrittene Game-Streaming-Plattform ist nun mittlerweile 5 Monate alt und es ist nun langsam an der Zeit für einen Testbericht. Nerdtalks hat Stadia über 200 Std. getestet und kann euch nun einen ausführlichen Test vorlegen. 

Vereinfachtes Stadia Konzept:

Um loszulegen öffnet ihr einfach stadia.com in eurem Chrome Browser und klickt auf den Play Button des von euch gewünschten Spiels. Innerhalb von 5 Sekunden wird das Game gelauncht und ihr könnt entweder mit Maus und Tastatur oder Controller loszocken. Das Spiel selbst läuft dabei nicht auf eurem Rechner, sondern in einem Datencenter von Google und wird nur zu euch gestreamt. 

Stadia ist aber nicht nur auf den heimischen PC beschränkt, sondern lässt sich auch auf dem Fernseher oder ausgewählten Android Geräten spielen. Dazu benötigt ihr jedoch mindestens einen Stadia Controller und, für die Nutzung am Fernseher, einen aktuellen Chromecast Ultra.

Das Besondere am Stadia Controller ist, dass dieser mit dem WLAN verbunden wird und so direkt mit Google kommuniziert. Es gibt also keinen Umweg über das Gerät (PC/Fernseher) selbst, was sonst für eine höhere Latenz und Input Lag sorgen könnte.

Assassin’s Creed Odyssey

Die allgemeine Performance beim Spielen ist dabei abhängig von eurer Internetanbindung und eurem heimischen Netzwerk. Viele schlechte Erfahrungen mit Stadia rühren von nicht optimalen Bedingungen. Die meisten dieser Probleme liegen nicht einmal am ISP (Internet Anbieter), sondern am genutzten Netzwerk. Vor allem Firmennetzwerke mit vielen Clients oder die Nutzung über WLAN führen zu einem schlechten Bild oder Eingabeverzögerungen.

Unsere Empfehlung für das beste Stadia-Erlebnis: 

  • Anbindung via Ethernet/LAN
  • Sollte keine LAN zur Verfügung stehen nutzt ein 5 GHz WLAN-Netzwerk
  • Nutzung über den Chromecast Ultra 
  • Auf andere Downloads/Streams verzichten (abhängig von deiner Bandbreite)
  • Stadia Pro (4K und 5.1)

Seit einigen Tagen hat Google die Plattform für die Allgemeinheit geöffnet. 

Jeder mit einem Google Account kann sich registrieren und erhält zwei Monate des Premium Services, Stadia Pro, völlig kostenlos. 

Ohne das Stadia Pro Abonnement kann man nur die Spiele spielen, die man auf Stadia gekauft hat. Besorgt man sich also Red Dead Redemption 2 für Google Stadia, dann kann man Rockstars Epos plötzlich auf seinem Smartphone, Tablet, Laptop und Chromecast spielen – und sogar fließend zwischen den Geräten wechseln. Ein Abo wird dafür nicht benötigt. Mit Stadia Pro erhaltet ihr jedoch Zugriff auf besondere Vorteile wie 4K Auflösung, sowie auf 5.1 Sound, zudem könnt Ihr euch, ähnlich wie bei Playstation Plus, bestimmte Spiele im Monat sichern. Für diese Titel müsst ihr dann nichts weiter zahlen außer der Pro Mitgliedschaft selbst. Sollte diese auslaufen, verliert Ihr allerdings den Zugriff auf die gesicherten Spiele. Sobald ihr eure Mitgliedschaft erneuert, erhaltet ihr wieder Zugriff auf diese und eure Savegames bleiben dabei erhalten. Google verhält sich hierbei genauso wie Sony bei den PS Plus Titeln.

Doom Eternal

Das Spielerlebnis 

Vorweg: Stadia ist bequem und zugänglich. Warum ist das wichtig? Genau das ist der Grund warum sich Konsolen durchgesetzt haben und PC-Gaming ein wenig an den Rand gedrängt worden ist. Es ist angenehm und einfach auf fast jedem Bildschirm in der Wohnung die gleichen Spiele spielen zu können. Außerdem bringt die Rechenleistung der Datencenter noch einen weiteren Vorteil: Die Ladezeiten. Beziehungsweise die nicht existierenden oder stark verkürzten Ladezeiten. Destiny 2 und The Division 2 haben wir auf der Playstation 4 gespielt, sind aber bei beiden Spieltiteln zu Stadia gewechselt, da die PS4 Ladepausen gefühlt ausreichten um die Wohnung komplett aufzuräumen. Bei Stadia hingegen geht alles rasend schnell, sodass einem in Destiny 2 teilweise die Zeit zum Itemmanagement fehlt.

Updates fallen für euch ebenfalls weg. Wer schon einmal Gaming Sessions mit Freunden wegen ungepatchten Spielen absagen musste, der weiß von welch großem Vorteil so etwas sein kann. 

Assassin’s Creed Odyssey

Ja, man merkt ab und zu, dass man ein gestreamtes Spiel spielt. Umso beeindruckender ist es, wenn man es vergisst und das war bei uns relativ häufig der Fall. Man vergisst komplett, dass das gezeigte Bild nicht im gleichen Raum erzeugt wird, sondern von einem Server in einem mehrere Kilometer entfernten Rechenzentrum stammt. 

Die hier gezeigten Bilder entstammen alle unseren selbst erstellen Stadia-Captures, welche Ihr mit einen Tastendruck auf dem Stadia Controller anlegen könnt. Ein kurzer Klick für einen Screenshot-Button und ein lang gedrückter für eine Videoaufnahme der letzten 30 Sekunden. Die Aufnahmen könnt Ihr dann in der Stadia-App betrachten, sowie herunterladen. Da die Bilder jedoch erst noch verarbeitet werden müssen, kann es eine Weile dauern bis sie mit voller Qualität zur Verfügung stehen.

Metro Exodus

Die Spielebibliothek 

Stadias aktuell größtes Problem ist die noch sehr kleine Spieleauswahl, große Exklusivtitel sucht man hier vergebens. Für eine noch sehr junge Plattform ist die Auswahl jedoch befriedigend, aber definitiv ausbaufähig. Google hat allerdings schon angekündigt für Abhilfe zu sorgen.

In diesem Jahr sollen noch über 100 Spiele für Stadia erscheinen. 

Der aktuell wichtigste Release für die Plattform war Doom Eternal. Der Ableger der beliebten Spieleserie war der erste große Tripple-A Titel, der zeitgleich auf den gängigen Konsolen und Stadia erschien. Der Launch verlief ohne Probleme und das Spiel ist ein Paradebeispiel für die grafische Leistung und der blitzschnellen Eingabeübertragung der Plattform. 

Die Founders Edition & Premiere Edition: 

Das Nerdtalks Team hat zwei Founders Editionen sowie einen zusätzlichen Stadia Controller für den Test zur Verfügung gehabt. 

Die beiliegenden Chromecast sind schlicht und schön anzusehen und einfach eingerichtet. 

Die Stadia Controller liegen nach mehreren Stunden noch gut in der Hand. Viele der Knöpfe tendieren zu einem lauten Klicken, ob das jetzt gut oder schlecht ist, hängt wohl von der Vorliebe des Spielers und der Reichweite zum nächsten schlafenden Mitbewohner ab.

Zentrum der Stadia-Bedienung ist die iOS/Android App. Hier könnt Ihr euer Konto verwalten, sowie Spiele starten und kaufen. Auf ausgewählten Android Geräten kann man mit angeschlossenem Controller Stadia selbst nutzen und Spiele spielen. Das geht jedoch nur im WLAN, denn eine Gaming-Session über LTE oder sogar 5G wird nicht unterstützt.

Rise of the Tomb Raider

Features für die Zukunft:

Google hat in der ersten öffentlichen Präsentation auf der GDC 2019 eine visionäres Bild der Plattform gezeigt. Diese Vorführung sollte wahrscheinlich die Idee für die Zukunft Stadias widerspiegeln.  

In San Francisco wurde damals gezeigt wie man problemlos von Bildschirm zu Bildschirm wechseln und als Streamer Entscheidungen von den Zuschauern treffen lassen konnte. 

Von vielen wurde diese Vision von Stadia als das Produkt zum Release wahrgenommen und nicht als mögliche Zukunft. Google geriet deshalb unter starke Kritik, da laut Kritikern viele falsche Versprechungen gemacht worden seien. 

Doch Google lässt sich davon nicht beirren und reicht nach und nach die angekündigten Features nach und versucht sich immer weiter zu verbessern und auf die Wünsche der Nutzer einzugehen.

Unser Fazit

Stadia ist etwas neues, etwas spannendes, etwas bequemes. 

Etwas, auf das man sich jetzt schon einlassen kann, aber nicht muss. Wir empfehlen euch die Test-Phase auszuprobieren und zu schauen wie eure heimische Leitung das Cloudgaming stemmt. 

Ihr könntet positiv überrascht werden. 

Wir gehen davon aus, dass Google Stadia sich in den kommenden Jahren als Spieleplattform etablieren wird. Doch bis dahin bleibt nur noch abzuwarten wie die Konkurrenz sich schlägt und wo „zocken in der Cloud“ sich zwischen den Konsolen der neuen Generation einordnen wird. 

Solltet Ihr durch diesen Bericht Interesse an Stadia bekommen haben, testet doch einfach mal die zwei Monate Stadia Pro aus. Besucht dafür einfach stadia.com.

Assassin’s Creed Odyssey

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.