Elgato StreamDeck: Lohnt sich der Kauf für macOS Systeme?

Das StreamDeck von Elgato dürfte das Gadget sein, dass am lautesten „Streamer“ schreit und könnte schnell den Anschein erwecken nur für diesen „einfachen“ Zweck gebaut und gedacht zu sein. Doch als jemand, der durch den Mangel an kraftvoller und kompatibler Software seine private Twitchpremiere noch nicht feiern durfte, möchte ich euch hier eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse verraten: Das StreamDeck kann sehr viel mehr als nur Broadcastsoftware steuern, Kreativität und Einfallsreichtum vorausgesetzt.

Plugins sind das Zauberwort

„Out of the Box“ ist das StreamDeck tatsächlich in erster Linie für OBS und Co gedacht und kommt hier auch mit den meisten Funktionen daher, doch die wahre Magie liegt außerhalb des ersten Konfigurationsbildschirms: Der Plugin Store! Wobei „Store“ hier nur sinnbildlich verwendet wird. Keines der Plugins kostet euch etwas.
Doch was lässt sich alles mit besagten Plugins tun? Zuallererst ist wichtig zu wissen, dass der Entwickler des jeweiligen Plugins auch bestimmt für welches OS er seine Software anbieten möchte. Solltet ihr euch also informiert haben und ein ganz bestimmtes Plugin im Sinn haben, dann kann es euch passieren, dass es Windows exklusiv ist.

Die Funktionen, die ihr direkt zum Start bekommt, sind die Folgenden:

Die meisten der Optionen hier sind relativ selbsterklärend, wenn ihr bereits mit Openbroadcasting Software vertraut seid. Man kann Aufnahmen und Streams starten, Szenen wechseln und einzelne Elemente ein-/ausblenden. Der Tab „Twitch“ bietet allerlei Shortcuts zu Funktionen als Streamer wie z.B. das Umschalten verschiedener Chat-Modi oder dem Erstellen von Clips oder Stream Markern. Auch „Twitter“ und „Youtube“ sind relativ einfach in ihrer Bedienung.

Wirklich interessant für macOS User sind die Bereiche „Stream Deck“ und „System“, da an dieser Stelle im Grunde endlose Makros erstellt werden können. Und dafür braucht es meist nicht mehr als ein paar vordefinierte Befehle.

Vorstellung am Beispiel

Gesichter sind aus Datenschutzgründen verpixelt

Meine aktuelle Konfiguration besteht in den oberen zwei Reihen aus Shortcuts für die tägliche Arbeit, wobei ich hier hauptsächlich auf Makros für unsere Chatsoftware setze. Von links nach rechts haben wir hier folgende Makros:
Anruf annehmen, Anruf starten, Anruf beenden, Kamera umschalten, Mikrofon umschalten, „Ok“ in Chat schreiben, Liste für die Erfassung der Arbeitszeit & eine Uhr.
In der zweiten Reihe habe ich Schnellzugriffe für häufige Chats mit dem jeweiligen Profilbild des Kontaktes (aus Datenschutzgründen hier verpixelt), sowie eine Anzeige für meine CPU-Auslastung.

Die unteren zwei Reihen bilden die Privat/Nerdtalks Sektion und sind ein wenig aufwendiger:
YouTube in Safari für PictureInPicture Videos, Wechsel zu einer hinterlegten Person in Google Chrome (drei verschiedene), YouTube Studio für Nerdtalks, Anchor.fm für Nerdtalks, Garageband öffnen & Garageband Workflow für das richtige Podcastsetting. In der vierten Reihe dann letztendlich das offizielle Spotify Plugin aus dem Plugin Store und ein „Panik“ Knopf, der mein MacBook sofort herunterfährt.

Deine Kreativität ist die einzige Einschränkung

Dass das einzige Limit tatsächlich nur in euer Kreativität und eurem Einfallsreichtum liegt, möchte ich euch an zwei Beispielen zeigen: Dem Browser Personenwechsel und dem Podcastsetting.

Mithilfe von Apples eigener Scripting Sprache „AppleScript“ kann man, unterstützte Apps vorausgesetzt, viele Nutzereingaben automatisieren/skripten.

In diesem Fall hole ich die App (Chrome) in den Vordergrund, aktiviere den Profilreiter und wechsele dann zum gewünschten Profil, wodurch sich ein neues Browserfenster öffnet.
Falls euch das Code Snippet interessiert und ihr auch das Plugin laden möchtet, dann habe ich euch beides hier einmal zur Verfügung gestellt.

AppleScript StreamDeck Plugin

Die ersten drei Zeilen lassen sich auch durch einen „System:Öffnen“ Befehl des StreamDecks lösen.

tell application "Google Chrome"
	activate
end tell

tell application "System Events"
	tell process "Google Chrome"
		tell menu bar 1
			
			tell menu bar item "Profile"
				tell menu "Profile"
					
					click menu item "HIER NAMEN EINTRAGEN"
				end tell
			end tell
		end tell
	end tell
end tell

Das Podcast Setup verzichtet komplett auf Drittanbieter Plugins und bedient sich nur der offiziellen StreamDeck- und Systembefehle. Da ich hier die einzelnen Schritte beschrieben habe, denke ich nicht, dass der Ablauf einer großen Erklärung bedarf. Falls doch, dann hier im Schnelldurchlauf:

  • Garageband öffnen
  • Verzögerung von ein paar Sekunden, bis die App vollständig geöffnet ist
  • „⌘ + W“ als Hotkey schließt das offene Projekt
  • Verzögerung von ein paar Sekunden, bis die App das Fenster für neue Projekte öffnet
  • „⌘ + N“ um ein neues Projekt zu öffnen
  • Verzögerung von ein paar Sekunden, um auf ein Eingabefeld zu warten
  • Bestätigung des Eingabefelds mit ↵ (Enter) als Hotkey
  • „⇧ + K“ zum deaktivieren des Einzählens
  • „K“ zum deaktivieren des Metronoms
  • „B“ zum ausblenden des EQ’s
  • „Y“ zum ausblenden der Bibliothek

Bis zur Unendlichkeit.. oder so

Natürlich war das jetzt nur ein kleiner Auszug aus den Möglichkeiten, die euch die Hard- und Software an die Hand geben. Die Community ist riesig und haut fleißig weitere Plugins raus, die euch mehr Freiheit für eure Abläufe geben. Denn vergesst nicht: Mit den „StreamDeck:Multi-Aktion“ oder „StreamDeck:Multi-Aktion-Schalter“ Befehlen lassen sich die Funktionen verschiedener Plugins auch noch kombinieren und somit professionelle Workflows erstellen, die jeden, der Makros nicht kennt, staunend erblassen lassen.

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Anstoß für eure eigenen StreamDeck Buttons geben. Solltet ihr noch mehr Ideen haben, jedoch bei der Umsetzung Schwierigkeiten haben, dann schreibt eure Ansätze gern in die Kommentare und ich versuche euch bei euren Projekten zu helfen.

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