Wie werde ich zum Podcaster

Die Auswahl des Mikrofons allein kann schon einige Zeit in Anspruch nehmen. Es muss jedoch bei weitem nicht immer das teuerste Model sein.

Wie fange ich an?

Am Anfang stehen, verständlicherweise, viele Fragen:

  • Welches Programm kann ich für die Aufnahmen verwenden?
  • Wie kann ich in der aktuellen Situation mit meinen Freunden zusammen aufnehmen?
  • Welches Mikrofon soll ich verwenden?
  • Wie kann ich das Endresultat online bringen?

Aufnahmeprogramme – Was kann ich nutzen?

Zuallererst müssen wir in die kostenlosen und die kostenpflichtigen Lösungen unterscheiden. Auch das Betriebsystem spielt hier eine Rolle, jedoch hauptsächlich in Sachen Verfügbarkeit der Programme. Aber fangen wir an.

Kostenlose Lösungen

Audacity
Die wohl bekannteste Software im Bereich der Tonaufnahmen dürfte Audacity sein. Mit einer Verfügbarkeit über alle wichtigen Systeme (Windows, Mac, Linux) deckt Audacity schon einmal alle Bedürfnisse der Nutzer ab und eliminiert die Notwendigkeit sich für ein System zu entscheiden. Im Bereich der UI sieht es allerdings wirklich schlecht aus. Man sieht schnell, dass dieses Programm durch seine Funktionalität und nicht sein Design begeistern soll. Da es sich hierbei aber um Freeware handelt besteht kein Grund zum meckern.

Garageband
Solltet ihr ein Macbook oder anderes Gerät haben, auf dem macOS oder iOS läuft, so könnt ihr auch mit Garageband aufnehmen. Die UI ist hier wesentlich schöner und aufgeräumter, bietet aber, was die reine Aufnahme angeht, keinen sonderlichen Vorteil gegenüber Audacity.

Kostenpflichtige Lösungen

Audition CC
Wenn ihr Geld in professionelle Software investieren möchtet, bietet sich die Creative Cloud von Adobe an, da man hier einzelne Programmlizenzen, unter bestimmten Umständen, recht günstig bekommen kann. Solltet ihr nicht auf das Abo-Model setzen wollen, könnt ihr immer noch eine der älteren Version im Handel erwerben. Diese sind dann tatsächlich nur einmal zu bezahlen und gehören anschließend euch.

Hindenburg Journalist
Die Lösung von Hindenburg Systems, das gleichnamige Hindenburg Journalist, verschreibt sich direkt dem professionellen Podcasten und bringt deswegen bereits vermehrt Features mit, die euch beim Erstellen, Editieren und Publizieren eures Contents die Arbeit ein wenig erleichtern sollen.

Hallo?? Hört mich jemand?!

Wir wissen, dass es durch die aktuelle Lage schwieriger denn je ist die Organisation von solchen Projekten wie Podcasts durchzusetzen und aufrechtzuerhalten. Gerade das gemeinsame Aufnehmen im selben Raum fällt hier weg, ist aber in der Regel viel einfacher. Doch daran soll eure Idee nicht scheitern, schließlich gibt es auf dem Markt genug kostenlose Möglichkeiten „Remote Recording Sessions“ abzuhalten. Ein paar Beispiele:

Discord ist auf allen gängigen Geräten verfügbar und bietet viele Möglichkeiten zur Individualisierung

Discord – Unsere Empfehlung
Dieser Kandidat dürfte den meisten von euch gängig sein. Falls nicht: Discord hat sich in den letzten Jahren an die Spitze des Gaming-Party-Chats gesetzt, da es kostenlos verfügbar ist und dem Nutzer weder die Wartung von Servern oder sonstige Managementaufgaben auferlegt. Alles was du brauchst ist ein Account und schon kannst du so viele „Server“ erstellen, wie du magst. Auf diesen Servern lassen sich dann auch weitere Sprach- und Textchannel erstellen, sowie verschiedene Rechte für diese einzelnen Channels hinzufügen. So ist es auch möglich „Live Podcasts“ abzuhalten, in dem deine Zuhörer sich direkt in einem Voicechannel mit dir und deinen Podcast-Cocastern aufhalten, jedoch aber nicht dazwischen rufen können.

Facebook Messenger / Google Hangouts / Facetime
An dieser Stelle seien natürlich auch die ganzen anderen Video/Voice Dienste erwähnt, zu dem die meisten von uns bereits Zugang haben. Diese lassen sich natürlich auch nutzen, wobei für mich hier entscheidende Vorteile entfallen, die mir Discord out-of-the-box bietet.

Zoom
Zu Zoom lässt sich aktuell leider nichts positives sagen, also lasst am besten einfach die Finger davon. Es gibt genug bessere Alternativen.

Der Ton macht die Musik

In Sachen Klangqualität ist der Podcastbereich sehr breit gefächert. Natürlich steht es dir frei deinen Content in einem simplen Setup mit Smartphone und Headset aufzunehmen, doch dabei kann es zu starken Störgeräuschen kommen, die eventuell noch den interessiertesten Zuhörer vergraulen.
Sich ein kleines Audio Equipment zuzulegen kann also nicht schaden. Ein weiterer Vorteil: Dieses Equipment lässt sich, sollte deine Plattform wachsen, auch super für die Produktion von Videos mit verwenden. Doch zurück zu den Mikrofonen selbst.

Für Einsteiger
Am Anfang magst du vielleicht erst einmal schauen, ob podcasten für dich überhaupt das Richtige ist und dementsprechend nicht allzu viel Geld investieren. Mikrofone mit passendem Zubehör gibt es auf Amazon bereits relativ günstig. Das YOTTO USB Mikrofon Kit liegt hier wirklich im Bereich des Machbaren. Das TONOR Q9 USB Kit ist preislich etwas höher angesiedelt, bringt aber im Paket auch einen Arm, einen Popschutz und einen Shock-Mount mit.

Für Fortgeschrittene
Solltest du bei der Soundqualität wirklich keinerlei Kompromisse eingehen wollen, dann empfehlen wir dir das RØDE Procaster oder das RØDE Podcaster. Beide sind exzellente Mikrofone und für Sprachaufnahmen gebaut worden. Sie unterscheiden sich hauptsächlich durch die Art ihres Anschlusses, im direkten 1:1 Vergleich liegt das Procaster allerdings qualitativ um wenige Punkte vorn. Das Procaster wird nur mit einem XLR Anschluss geliefert. Um solch ein Kabel verwenden zu können benötigst du ein XLR-Interface (Kostenpunkt zwischen 30€ und 50€). Das Podcaster hingegen bedient sich eines herkömmlichen USB Typ-A Anschlusses.

Das Problem der Omnipräsenz

Um mit deinem Podcast erfolgreich zu sein solltest du möglichst auf vielen Plattformen zu finden sein. Podcasts sind in den letzten Jahren in der Beliebtheit explodiert, weswegen fast jeder Musikstreamingdienst mittlerweile auch seine eigene Podcastsparte hat. Hier händisch aktuell zu bleiben dürfte nahezu unmöglich sein. Doch natürlich gibt es auch hierfür genügend Softwareanbieter, die meisten jedoch kostenpflichtig oder gar mit monatlichem Abonnement.

Eine kostenlose Lösung bietet Anchor, eine Smartphone App, die auch gleichzeitig Aufnahmen und Remote Sessions bietet. Diese App verspricht die komplett gemanagte Verteilung deines Podcasts auf alle gängigen Portale. Im Grunde erstellen die Entwickler für dich im Hintergrund nur einen RSS Feed und leiten diesen dann entsprechend weiter. Einen solchen Feed selbst zu bauen ist zwar nicht allzu schwer, erfordert aber zumindest grundlegende Programmierkenntnisse und lohnt den Aufwand nicht sonderlich.

Wie sieht unser Setup aus?

Wir haben uns für die Mischung aus GarageBand, Discord, RØDE Mikrofonen und Anchor als Verteilerplattform entschieden. Damit haben wir das für uns bestmögliche Setup ausgereizt. Klangtechnisch sind die Mikrofone unübertroffen, GarageBand ist in der Bedienung kinderleicht und Anchor bietet viele Möglichkeiten den eigenen Podcast Auftritt zu individualisieren. Dazu kommt, dass Anchor auch noch eine Übersichtsseite anbietet, auf der ihr als Nutzer sehen könnt auf welchen Plattformen wir zu finden sind. Natürlich könnt ihr die Folgen auch direkt auf der Anchor Seite selbst anhören.

Bis wir unser Equipment korrekt eingerichtet haben und „On Air“ gehen können wird es noch ein wenig dauern, aber haltet die Augen, oder Ohren, nach dem NerdCast offen. Wir hören uns bald.

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